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pierre boulle
planet of the apes, 1968 – …

epic dystopian movie series

while the others are dancing,
martin eugen raabenstein’s
sensor spotlight focuses on:

planet of the apes

© 20th century fox

en
de

eternal struggle against the encroaching evil is not only a cash-register staple of hollywood, but from here come the best-contrived scenarios, pumped full of patriotic heart’s blood. whereas one originally only has to project the subjugation of the native inhabitants onto the screen, friendly gentlemen from swabia like mr. emmerich now arrive to shoot the triumphant “independence day” including bristly extraterrestrials. aliens in general serve as a welcome substitute for classic westerns or war dramas. the human race, at first playing a pitiful bundle of misery, then proves very capable of fending off the supposedly superior enemy, whether through certain sound frequencies, country music, or even yodeling; earthly viruses help, or in one case simply water. in short: the earth obviously does not welcome foreign life forms. steven spielberg, who initially aims for peaceful contact, eventually turns from “close encounters of the third kind” and “e.t.” to the dangerous species in “war of the worlds” — the audience clearly appreciates it more when people brawl. the 1963 novel la planète des singes by pierre boulle simply turns the thought experiment around in two ways, keeping the threat from breaking in from some distant outside and casually reversing existing power relations: the master becomes the servant, primates rule the planet, and the human being is the pet, silently vegetating behind bars.

the cleverly conceived mélange of uncritical anthropocentrism and joyful self-destructive impulse since then does not let inspired filmmakers rest, as they shoot their respective visions of what, in the ursula le guin sense, is typical social fiction. “planet of the apes,” the first in the original five-part series, in 1968 rightly makes an astonished audience shudder, but the idea flattens into a “who with whom, why and when” that is tacked on to the well-formulated primary shock of the debut. it’s not the right time yet; the human actors still shine too clearly through the shaggy costumes — until 2001, when the remake of the material seems to solve precisely this problem. we watch tim roth in one of his most remarkable performances as a ranting, overbearing ape commander; the human-friendly helena bonham carter coos under a brilliant mask to the boyish space-cadet mark wahlberg, who wanders helplessly from left to right and back again — but the tim burton spectacle never quite leaves the impression of a friendly chamber piece, and the critics growl in irritation. when the crown of creation indulges in self-doubt, the resulting cultural events can vary greatly in quality, and the tragic role reversal of the master human with his pet — as a consequence of his unbridled, unreflective research drive — only really gets to the point in the third round of the cinematic treatment.

with “rise of the planet of the apes,” the real examination of human/ape contrasts begins in 2011, continues three years later with “dawn of the…,” and initially concludes as a trilogy with the 2017 installment “war for the….” the cause of the catastrophe is a drug against alzheimer’s, tested on great apes, which subsequently boosts their cognition to the human level. only a small portion of the world’s population is immune to a modified variant of this serum, and human civilization collapses — moreover, more and more survivors lose the ability to speak due to mutation of the pathogen. the core of the saga, planned to span six further episodes, is caesar, a chimpanzee raised among humans, who infects his fellow captives in a primate resort with that first serum, frees them, and retreats with them into the forests. his peaceful basic attitude is undermined by an adversary consumed by hatred, leading to several armed confrontations between his clan and what remains of humanity. the line between good and evil does not run between the two species, and even the phrase, stated in the first “planet of the apes” film, that “ape kills no ape,” loses its meaning. in 2024, “kingdom of the…” carries the story forward three centuries later, and evolution is still gentle with humans — but their future role as pets becomes foreseeable. the recently deceased behavioral and primate researcher jane goodall believes that any engagement with her protégés helps their cause, and she willingly works with the production company on the third adaptation of the dystopian material. we shall see …

iir, december 2025

Ewiger Kampf gegen das hereinbrechende Böse ist nicht nur kassenklingelnder Bestandteil Hollywoods, aber von hier stammen die bestersonnenen, mit patriotischem Herzensblut durchpumpten Szenarien. Musste man ursprünglich nur die Niederzwingung der eigenen Ureinwohner auf die Leinwand werfen, reisen nun freundliche Herren aus dem Schwabenland wie Herr Emmerich an, um den siegreichen „Independence Day“ gegen borstige Extraterrestren abzudrehen. Aliens sind ganz allgemein ein willkommener Ersatz für klassische Western oder Kriegsdramen. Die anfänglich kläglich Häufchen Elend spielende Menschheit weiß sich dann aber sehr wohl geschickt des vermeintlich übermächtigen Gegners zu erwehren, sei dies durch gewisse Tonfrequenzen, Country-Musik oder Jodeln gar; irdische Viren sind hilfreich oder in einem Fall einfach nur Wasser. Kurz: Die Erde heißt fremde Lebensformen offensichtlich nicht willkommen. Der zunächst auf friedlichen Kontakt setzende Steven Spielberg wechselt von „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und „E.T.“ schließlich doch zur gefährlichen Spezies in „Krieg der Welten“ – der Zuschauer schätzt es offensichtlich mehr, dass man sich prügelt. Der 1963 erschienene Roman La Planète des singes von Pierre Boulle dreht nun das Gedankenspiel in doppelter Hinsicht einfach um, lässt die Bedrohung nicht von einem fernen Außen hereinbrechen und vertauscht ganz einfach bestehende Machtverhältnisse: Aus dem Meister wird der Knecht, Primaten beherrschen den Planeten, und der Mensch ist sein Haustier, stumm hinter Gittern vegetierend.

Die fein erdachte Mélange aus kritiklosem Anthropozentrismus und freudigem Selbstzerstörungswillen lässt seitdem angeregte Filmschaffende nicht ruhen, ihre jeweilige Vision aus der – im Ursula-Le-Guin’schen Sinne – typischen Social Fiction zu drehen. „Planet der Affen“, der erste der fünfteiligen Originalreihe, bringt 1968 ein erstauntes Publikum zu Recht zum Erschaudern, aber die Idee verflacht in einem dem wohlformulierten, primären Schock des Erstlings aufgesetzten „Wer mit wem, warum und wann“. Die Zeit ist noch nicht reif; die menschlichen Schauspieler blitzen noch zu sehr unter den zotteligen Kostümen hervor, bis 2001 eben jenes Problem mit dem Remake des Stoffes behoben zu sein scheint. Wir sehen Tim Roth in einer seiner bemerkenswertesten Performances als zeternden, übergriffigen Affenkommandanten; die menschenfreundliche Helena Bonham Carter gurrt unter brillanter Maske den hilflos von links nach rechts und wieder zurück irrenden Raumfahrerbubi Mark Wahlberg zärtlich an – aber das Tim-Burton-Spektakel will den Eindruck eines freundlichen Kammerspiels nicht wirklich verlassen, und die Kritiker stoßen ärgerliche Knurrlaute aus. Wenn sich die Krone der Schöpfung in Selbstzweifel ergeht, können die daraus resultierenden kulturellen Ereignisse großen qualitativen Schwankungen unterliegen, und der tragische Rollentausch des Herrenmenschen mit seinem Haustier als Folge seines ungebremsten, die Folgen seines Tuns nicht reflektierten Forscherdrangs kommt erst in der dritten Runde der filmischen Auseinandersetzung auf den Punkt.

Mit „Prevolution“ beginnt 2011 die eigentliche Überprüfung menschlich-äffischer Gegensätze, drei Jahre später mit „Revolution“ fortgesetzt und durch die 2017er Folge „Survival“ als Trilogie zunächst beendet. Ursache der Katastrophe ist ein Medikament gegen Alzheimer, das an Menschenaffen getestet wird und deren Kognition in der Folge auf die Ebene des Menschen befördert. Gegen eine modifizierte Variante dieses Serums ist nur ein geringer Teil der Weltbevölkerung immun, und die menschliche Zivilisation bricht zusammen – zudem verlieren immer mehr Überlebende durch Mutation des Erregers die Fähigkeit zu sprechen. Kern der mit weiteren sechs Episoden geplanten Sage ist Caesar, ein bei Menschen aufgewachsener Schimpanse, der die in einem Primaten-Resort Mitgefangenen mit ebenjenem ersten Serum infiziert, diese befreit und mit ihnen in die Wälder zieht. Seine friedliche Grundeinstellung wird durch einen von Hass verzehrten Gegenspieler unterlaufen, die in mehreren bewaffneten Auseinandersetzungen seines Klans mit der Restmenschheit mündet. Die Trennung zwischen Gut und Böse verläuft nicht zwischen den beiden Spezies, und auch der im ersten „Planet der Affen“-Film postulierte Satz „Affe tötet keinen Affen“ verliert seine Bedeutung. 2024 setzt sich mit „New Kingdom“ die Geschichte drei Jahrhunderte später fort, und noch ist die Evolution mit den Menschen gnädig, aber ihre zukünftige Rolle als Haustier ist absehbar. Die unlängst verstorbene Verhaltens- und Primatenforscherin Jane Goodall ist der Ansicht, dass jedwede Auseinandersetzung mit ihren Schützlingen der Sache hilfreich ist und arbeitet bereitwillig mit der Produktionsfirma der dritten Umsetzung des dystopischen Stoffes zusammen. Man wird sehen …

iir, december 2025